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07Aug

Wahlkampf rund um den Winterfeldtmarkt

Nach so vielen verregneten Tagen war das ein supersonniger Start in die heiße Wahlkampfphase – noch 6 Wochen Sonnenschein und dann haben wir hoffentlich ein entsprechendes Wahlergebnis zu feiern. Die positiven Reaktionen rund um den Schöneberger Winterfeldtmarkt machen auf jeden Fall Laune und Lust auf mehr Wahlkampf. Fragen, Antworten, Anregungen und Dialog suchten gestern nicht nur die SchönebergerInnen, sondern auch Renate Künast und unser Direktkandidat Thomas Birk.

 

07Jul

Worauf es beim Mentoring ankommt

„Überleben im Haifischbecken“ war das Motto von Trainerin Susanne Ahlers, die uns beim Auftakt unseres Programms ins Thema Mentoring in der Politik einführte. Sie zitierte damit Nadia von Scheidt, die 1998 als Bundesvorstandssprecherin der Grünen Jugend ein Mentoringprogramm für Frauen in der Politik entwickelte. Trotz 50-Prozent-Quote bei Ämtern und Mandaten – solange der Frauenanteil unter Mitgliedern und Aktiven noch weniger als die Hälfte betrage, brauche der Landesverband gezielte Nachwuchsförderung und Mentoring für Frauen, betonte eingangs Christine Wübbena, die gender- und frauenpolitische Sprecherin des Landesvorstandes. Das zeige nicht zuletzt das seit dem Vorgängerprogramm deutlich gestiegene Interesse: während beim Mentoringprogramm 2009/2010 noch 20 Tandems teilnahmen, sind beim Programm 2011/2012 fast 50 Tandems dabei. Viele Mentees kommen aus den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg oder Mitte, aber auch aus den kleinen Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Reinickendorf. Zahlreiche MentorInnen sind Mitglied der Fraktion oder kandidieren auf einem aussichtsreichen Listenplatz für die Wahl am 18. September, aber auch fast der gesamte Landesvorstand und mehrere BezirksbürgermeisterkandidatInnen sowie Mitglieder aus Kreisvorständen, Landesarbeitsgemeinschaften und Bezirksverordnetenversammlungen bringen sich als MentorInnen ein.

Das was bei Männern inoffiziell längst an der Tagesordnung ist, muss für Frauen noch selbstverständlicher werden, so hatte Nadia von Scheidt bereits 2007 in der ZEIT ihre Erfahrungen reflektiert. Die Diplom-Politologin Ahlers, die sich auf Coaching für Führungskräfte in Non-Profit-Organisationen und Diversity-Management spezialisierte, beschrieb das Mentoringprogramm des grünen Landesverbandes als internes Gender-Cross-Mentoring (Männer und Frauen fördern Frauen), das alle drei klassischen Mentoringziele verfolgt: Führungskräfteentwicklung, Organisationsentwicklung und die Förderung von Gleichstellung. Sie riet den Mentorinnen und Mentoren, die Mentoring-Beziehung aktiv zu gestalten, offen für neue Ideen und Impulse zu sein, gut zuzuhören, die eigenen Erfahrungen einzusetzen, Kontakte zu ermöglichen und die Aktivitäten ihrer Mentee als „kritische Freundin“ oder „kritischer Freund“ konstruktiv zu begleiten. Sie forderte die Mentees ebenfalls zur Bereitschaft auf, zu geben und zu nehmen, aktiv zu lernen und sich ernsthaft für politisches Handeln zu interessieren. Gute Praxis innerhalb der Mentoring-Beziehung setze auf Vertraulichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Kontinuität, positives Feedback und eine kritisch-konstruktive Auseinandersetzung auf beiden Seiten. Am Anfang stehe das Kennenlernen und das Treffen von konkreten Verabredungen im Vordergrund, denn nur so entstehe Vertrauen. Für die weitere Zusammenarbeit seien die Einführung in die Gremienarbeit, das „Shadowing“ bzw. Begleiten der Mentorin/ des Mentors in ihrem politischen Alltag und die Entwicklung von Strategien für die weitere politische Arbeit entscheidend.

 

23Jun

Grünes Mentoring stark nachgefragt

Nach Ablauf des letzten Mentoringprogramms des grünen Berliner Landesverbandes 2009/2010 schrieben die Teilnehmenden uns bei der Evaluation: unbedingt weitermachen und ausbauen!
Die grünen Umfragehochs in Berlin, die beeindruckenden Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen in vielen Bundesländern, die vielen neuen Mitglieder mit unterschiedlichsten Backgrounds und Interessen führten nicht nur zu einer Begeisterung für grüne Politik, sondern auch zu einem Bewerbungsansturm ab dem ersten Tag der Ausschreibung unseres Mentoringprogramms 2011/2012. Fast 50 Bewerbungen lagen bereits am ersten Tag der Ausschreibung vor, am Ende waren es 80 Bewerberinnen und es trudeln immer noch verspätete Interessentinnen ein.
Morgen können wir unser Programm mit fast 50 Tandems, also fast 100 Personen starten und freuen uns auf die vielen neuen Eindrücke unserer neuen Frauen – denn auch dieses Mal wendet sich unser Programm an Frauen, die in den letzten 12 Monaten unserem Landesverband beigetreten sind. Die Erfahrungen aus dem letzten Programm mit damals 20 Tandems lassen uns jetzt schon mit Vorfreude dem morgigen Start entgegenfiebern. Denn gelernt haben beim letzten Mal nicht nur unsere Mentees viel, sondern auch unsere Mentor/innen aus Partei und Fraktion.

11Sep

Stadtkewitz wilderst rechtsaußen

Der ehemalige CDU-Abgeordnete der Fraktion im Berliner Landesparlament René Stadtkesitz hat laut Berichten der dpa am Freitag in einer Pressekonferenz in einer Pizzeria angekündigt, dass er bis Ende des Jahres eine neue Partei gründen wolle. Einen Namen hat sein Projekt auch schon: “Die Freiheit”. Mit dieser will er im Berliner Wahlkampf 2011 die Fünf-Prozent-Hürde knacken und ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen. Ein Ableger der Wilders-Partei für Freiheit (PVV) des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders sei das Projekt jedoch nicht. Gleichwohl werde dieser am 2. Oktober nach Berlin kommen. Die Gründung der Partei sei auch eine Reaktion auf die “Hetzjagd” auf den ehemaligen Bundesbanker Thilo Sarrazin. “Die Freiheit” solle vor allem frustrierten Nichtwählern eine politische Heimat geben.

Stadtkewitz war am Dienstag aus der Berliner CDU- Fraktion ausgeschlossen worden, weil er schon länger mit der Neugründung einer Partei in Konkurrenz zur CDU geliebäugelt hatte. Bereits im November 2009 war er selbst aus der CDU ausgetreten. Dieser warf er vor, Integrationsprobleme vor allem muslimischer Zuwanderer zu ignorieren oder schönzureden. Außerdem verweigerte Stadtkewitz die Aufforderung von CDU-Fraktionschef Frank Henkel, den niederländischen Rechtspopulisten und Islamhasser Geert Wilders von einer Veranstaltung am 2. Oktober in Berlin wieder auszuladen. Wilders fordert, die Einwanderung muslimischer Zuwanderer zu stoppen, Kopftücher als islamisches Symbol zu verbieten, Moscheen zu schließen und die Sozialhilfe für Muslime zu kürzen.

Die taz berichtet die von Stadtkewitz vorgestellten “Inhalte” der geplanten Partei: Programmpunkte sollen eine “Neuordnung der Zuwanderung sodass sie diesem Land etwas nützt” und eine “konsequente Ausweisung” von Straftätern mit Migrationshintergrund sein. Mit Rechtsextremisten will Stadtkewitz nach eigener Aussage aber nichts zu tun haben.

10Sep

Sarrazin im Umfrage-Hoch

Das ist ja wohl der Gipfel! Thilo Sarrazin ist mit seinen Thesen auf dem Umfrage-Gipfel angekommen:

Das ZDF-Politbarometer von heute ergab, dass 56 Prozent der Befragten Sarrazins “Kritik” Recht geben.  Nur 28 Prozent beantworteten die Frage, ob Sarrazin mit seiner Kritik Recht oder Unrecht habe mit “nicht Recht”.

Am meisten Zustimmung erhielt Sarrazin laut Politbarometer von den befragten FDP-Anhängern (80 %), danach folgten Anhänger von CDU/CSU (61 %) und der Linken (59 %). Bei den SPD-Anhängern stimmten 53 Prozent Sarrazin zu, nur bei den Grünen-Anhängern gab es mit 45 Prozent weniger Zustimmung als Ablehnung.

Andere Zahlen ergab eine Umfrage vom vergangenen Donnerstag. Die Welt berichtet über die von der “Bild am Sonntag” in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage, dass 51 Prozent der 501 Befragten Sarrazins Aussage zustimmten, ein Großteil der arabischen und türkischen Einwanderer sei “weder integrationswillig noch integrationsfähig“. 39 Prozent der Befragten lehnten diese These ab. Nur Grünen-Wähler stimmten der Aussage mit 64 Prozent mehrheitlich nicht zu (Ja: 24 Prozent). Die größte Zustimmung gab es mit 59 Prozent bei Unionswählern (Nein: 31 Prozent), gefolgt von Linke-Wählern, von denen 55 Prozent Sarrazins Ansicht teilen (Nein: 36 Prozent). Von den Anhängern der FDP stimmten 54 Prozent Sarrazin zu (Nein: 42 Prozent), bei den SPD-Wählern waren es 50 Prozent (Nein: 42 Prozent). 69 Prozent der Befragten fanden sogar, es sei richtig, dass Sarrazin eine Debatte über Integration angestoßen hat. Nur 22 Prozent meinten, er hätte besser seinen Mund gehalten.

Zudem zitiert die Welt die Aussagen von Berlin-Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky in der Super-Illu. Sarrazins „Rundumschlag zur Integrationsproblematik“ sei zwar „nicht wirklich hilfreich, sondern verstärkt nur die Gräben zwischen den Sozialromantikern und denen, die eine gleichermaßen engagierte wie intervenierende Integrationspolitik fordern, weil Integration nun einmal nicht von selbst geschieht“. Gleichwohl sei seine Analyse „den Realitäten sicherlich schon sehr nahe gekommen“. In Deutschland lebende Ausländer hätten eine „Verpflichtung zur Integration“. Die „Adoption des Sozialsystems als alleinige Lebensgrundlage und die Konservierung tradierter Lebens- und Familienriten reichen dazu nicht aus. Dort, wo der Integrationswille zu schwach ist, müssen wir einschreiten und klarmachen, dass gesellschaftliche Leistungen auch mit der Erwartung einer Gegenleistung verbunden sind.”

Wir erinnern uns: Am Montag zitierte die taz Andrea Nahles “Nicht nur die SPD kann etwas von Buschkowsky lernen”. Man müsse Probleme der Integration “in aller Härte” ansprechen. Im Gegensatz zu Sarrazin engagiere sich Buschkowsky aber und bemesse Menschen nicht nach ihrem ökonomischen Nutzwert.


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