Das ist ja wohl der Gipfel! Thilo Sarrazin ist mit seinen Thesen auf dem Umfrage-Gipfel angekommen:
Das ZDF-Politbarometer von heute ergab, dass 56 Prozent der Befragten Sarrazins “Kritik” Recht geben. Nur 28 Prozent beantworteten die Frage, ob Sarrazin mit seiner Kritik Recht oder Unrecht habe mit “nicht Recht”.
Am meisten Zustimmung erhielt Sarrazin laut Politbarometer von den befragten FDP-Anhängern (80 %), danach folgten Anhänger von CDU/CSU (61 %) und der Linken (59 %). Bei den SPD-Anhängern stimmten 53 Prozent Sarrazin zu, nur bei den Grünen-Anhängern gab es mit 45 Prozent weniger Zustimmung als Ablehnung.
Andere Zahlen ergab eine Umfrage vom vergangenen Donnerstag. Die Welt berichtet über die von der “Bild am Sonntag” in Auftrag gegebene Emnid-Umfrage, dass 51 Prozent der 501 Befragten Sarrazins Aussage zustimmten, ein Großteil der arabischen und türkischen Einwanderer sei “weder integrationswillig noch integrationsfähig“. 39 Prozent der Befragten lehnten diese These ab. Nur Grünen-Wähler stimmten der Aussage mit 64 Prozent mehrheitlich nicht zu (Ja: 24 Prozent). Die größte Zustimmung gab es mit 59 Prozent bei Unionswählern (Nein: 31 Prozent), gefolgt von Linke-Wählern, von denen 55 Prozent Sarrazins Ansicht teilen (Nein: 36 Prozent). Von den Anhängern der FDP stimmten 54 Prozent Sarrazin zu (Nein: 42 Prozent), bei den SPD-Wählern waren es 50 Prozent (Nein: 42 Prozent). 69 Prozent der Befragten fanden sogar, es sei richtig, dass Sarrazin eine Debatte über Integration angestoßen hat. Nur 22 Prozent meinten, er hätte besser seinen Mund gehalten.
Zudem zitiert die Welt die Aussagen von Berlin-Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky in der Super-Illu. Sarrazins „Rundumschlag zur Integrationsproblematik“ sei zwar „nicht wirklich hilfreich, sondern verstärkt nur die Gräben zwischen den Sozialromantikern und denen, die eine gleichermaßen engagierte wie intervenierende Integrationspolitik fordern, weil Integration nun einmal nicht von selbst geschieht“. Gleichwohl sei seine Analyse „den Realitäten sicherlich schon sehr nahe gekommen“. In Deutschland lebende Ausländer hätten eine „Verpflichtung zur Integration“. Die „Adoption des Sozialsystems als alleinige Lebensgrundlage und die Konservierung tradierter Lebens- und Familienriten reichen dazu nicht aus. Dort, wo der Integrationswille zu schwach ist, müssen wir einschreiten und klarmachen, dass gesellschaftliche Leistungen auch mit der Erwartung einer Gegenleistung verbunden sind.”
Wir erinnern uns: Am Montag zitierte die taz Andrea Nahles “Nicht nur die SPD kann etwas von Buschkowsky lernen”. Man müsse Probleme der Integration “in aller Härte” ansprechen. Im Gegensatz zu Sarrazin engagiere sich Buschkowsky aber und bemesse Menschen nicht nach ihrem ökonomischen Nutzwert.